WordPress: 2-Click Social Media Buttons für Datenschutz

Nun haben die Datenschützer also ein neues Opfer gefunden. der Like Button von Facebook. Eigentlich ist Datenschutz ja gute Sache. Aber manchmal kann es schon ein wenig nerven … zumindest dann, wenn die Anwälte eine neue Einnahmequelle vermuten. Sei es drum: derzeit starten jedenfalls lustige Abmahnwellen durchs Lande. Und bevor man eine Woge ins Gesicht bekommt, sollte man sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Um ein Internet-Angebot für User attraktiver und benutzerfreundlicher zu machen, arbeiten viele Unternehmen  mit ausgewählten Kooperationspartnern (z.B. Facebook, Google, Twitter, Youtube, usw.) zusammen. Diese Plattformen werden zeitweise durch Plugins eingebunden.

Da große Unsicherheit herrscht, ob der Like-Button nun gegen den Datenschutz verstößt oder nicht, ob man diesen Button überhaupt noch nutzen darf, und wenn ja … dann wie, sollte man nach einer Lösung suchen, die künftigen Problemen möglichst vorbeugt. Dreh- und Angelpunkt ist in der hitzigen Diskussion das „Vorladen“ des Buttons, wodurch auch dann Daten über das Surfverhalten an Facebook übermittelt werden, wenn der Like-Button gar nicht gedrückt wurde (vorausgesetzt, dass ich beim Surfen bei Facebook eingeloggt bin).

Wenn nun eine Seite mit einem solchen Plugin aufgerufen wird, baut der Browser eine direkte Verbindung mit den Servern der Partner auf. Damit können die Partnerinhalte dargestellt werden (zum Beispiel der Freunde-Box). das Dumme ist, dass der Kooperationspartner auch deine IP-Adresse und weitere gerätebezogene Dinge erfährt. Zwar ist dir diese IP-Adresse namentlich nicht ohne weiteres zuzuordnen. Allerdings können Kooperationspartner auch ein Cookie auf deinem Rechner speichern. In den Browsereinstellungen legst du fest, ob du Cookies zulässt oder nicht.

Was bedetuet dies nun konkret?

Nehmen wir das Beispiel Facebook. Durch die Einbindung der Plugins erhält Facebook die Information, dass du mit einer bestimmten IP-Adresse diese Internetseite besuchst. Sofern du bei Facebook eingeloggt bist,  kann der Besuch deinem Facebook-Konto zugeordnet werden. Den Umfang der Datenerhebung, die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook kannst du in den Datenschutzhinweisen von Facebook nachlesen.

das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass du vorher nicht gefragt wirst! Ziel müsste es also sein, die Funktionen der Like-Button zu deaktivieren, den Besucher dann zu fragen, ob er damit einverstanden ist, dass Daten übermittelt werden, wenn er die Seite empfiehlt – und ihm dann im zweiten Schritt den Like-Button zur Verfügung zu stellen.

Eine vergleichsweise gute Lösung für diesen „umständlichen“ Weg ist das neue Plugin von H-Peter Pfeufer. Mit diesem Plugin werden nicht gleich beim Laden der Seite die Buttons anzeigt, sondern erst nach Bestätigung des geneigten Besucher … natürlich mit einem entsprechenden Hinweis.

WordPress: 2-Click Social Media Buttons für DatenschutzDas Plugin basiert auf einer Lösung von heise.de und stellt als WordPress-Plugin momentan Facebook-Like/Empfehlen, Twitter und Google+ zur Verfügung. Toll wäre, wenn künftig ebenso ein „Share-Button“ eingebaut werden würde. Das Plugin selbst baut unterhalb der Artikel eine dezente Leiste, bei der ich meine Teilen-Button ein- und ausstellen kann bzw. global festlege, welche Buttons auf der Seite immer geladen werden sollen.

Natürlich startet nun die nächste Diskussion, ob damit dem Datenschutz hinreichend Genüge getan ist. Immerhin müsste eigenlich angegeben werden, welche Daten übermittelt werden. Dieses ist aber für den Nutzer kaum ersichtlich. Derzeit scheint es so, dass zumindest die Datenschützer mit diesem Weg zufrieden sind. Man wird sehen … Vielleicht sollte man einen globalen Internet-Ein/Aus-Button entwickeln :-)

[icon_link style=“download“ color=“orange“ href=“http://designers-inn.de/wp-admin/plugin-install.php?tab=plugin-information&plugin=2-click-socialmedia-buttons&TB_iframe=true&width=640&height=1149″ target=“_blank“]Donwload Plugin: 2-Click Social Media Buttons[/icon_link]

Eine ähnliche Lösung bietet das Plugin „Social Opt In“. Hier wird einfach vorab ein Bild mit dem Hinweis geladen, dass der Button zunächst aktiviert werden muss.

https://wordpress.org/plugins/social-opt-in/

So, Freunde! Direkt unter diesem Artikel ist die neue Shareleiste „WordPress: 2-Click Social Media Buttons für Datenschutz“ eingebaut. Ich bin gespannt, wer von euch die Muße hat, diesen Artikel weiterzuempfehlen! Ich würd mich jedenfalls freuen, wenn sich der eine oder andere von euch weiterhin die Mühe machen würde …

Update: Der Streit geht weiter …

Das wäre ja auch zu schön gewesen. Die Datenschützer sind also auch mit dem doppelten Button nicht zufrieden. Zitat aus der Pressemitteilung: „Die teilweise vorgeschlagene ‚Lösung‘ über einen Doppelklick, bei dem zunächst eine Informationsseite geöffnet und eine Einwilligung eingeholt wird, geht zweifellos in die richtige Richtung, aber nur den halben Weg: Die Profilbildung bei Facebook lässt sich derart nicht verhindern, wenn man den Plugin nutzen möchte. Zudem setzt eine wirksame Einwilligung voraus, dass Nutzende wissen, worin sie einwilligen. Da Facebook aber bisher nicht offenlegt, was es mit den Nutzerdaten macht, fehlt es weiterhin an der nötigen Information.“

So sehen es leider auch die Juristen unter uns. Und dies betrifft nicht nru Facebook, sondern auch Twitter und Google Plus. Eine schöne Ausführung zu diesem Theme findet ihr unter [icon_link style=“link“ color=“orange“ href=“http://www.medien-gerecht.de/2011/09/03/ist-der-2-klick-button-wirklich-datenschutzkonform/“ target=“_blank“]medien-gerecht.de[/icon_link]. Dort wird auch schön verständlich erklärt, warum die 2-Klick-Lösung nicht reicht: Ein Problem bei allen 2-Klick-Lösungen bleibt jedoch weiterhin der Inhalt der Einwilligungserklärung. Denn nicht immer ist klar, welche Daten erhoben, verarbeitet und genutzt werden. Gerade bei Facebook sehen die Datenschützer Handlungsbedarf. Facebook gibt zum Like-Button immerhin in begrenztem Umfang Auskunft. Leider bleibt dabei der Verwendungszweck unklar.

Es ist zu begrüßen, dass für den Datenschutz gekämpft wird. Zu verurteilen ist jedoch, dass die Datenschützer den Kampf auf dem Rücken der Nutzer austragen und sie in Unsicherheit stürzen. Auch deren restriktive Ansichten, was zum Beispiel den Schutz der IP-Adressen angeht, sind praxisfern. Jedoch sollten sie nicht alleine angeprangert werden. Facebook hat die europäischen Datenschutznormen missachtet und tut es zum Teil weiterhin. Mit der Offenlegung der Datenerhebung und Verbesserung der Datenschutzerklärung zeigen das Unternehmen, dass es auch anders kann.


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