Schreibprogramme

Schreib- oder Autoren-Schreibprogramm?

Das ist hier die Frage!

Dieser Artikel ist in der Federwelt – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren im Uschtrin Verlagerschienen. Auf Designers-Inn wird künftig die komplette Serie “Software für Autoren” erscheinen. Schon jetzt findet ihr jede Menge Reviews und Test zu Schreibprogrammen für Autorinnen und Autoren. Solltet ihr ein spannendes Programm kennen, welches hier noch nicht vorgestellt ist, freue ich mich auf euer Feedback!

Wer ein Schreibprogramm benennen soll, denkt zumeist an ein einzelnes Wort: »Word«. Kein Wunder: Immerhin ist die Software aus dem Hause Microsoft eines der verbreitetsten Schreibutensilien. Jeder kennt es. Jeder hat es. Einschließlich der Lektor ihres Vertrauens. Und dies aus gutem Grund: Word ist ein solides Programm mit hervorragenden Eigenschaften für den harten Büroalltag. Allerdings haben die Redmonder auch genau diesen Office-Betrieb bei ihrer Entwicklung vor Augen gehabt – und weniger die Bedürfnisse der Autorinnen und Autoren. Es lohnt sich also ein Blick über den Bildschirmrand.

Papyrus

Eine maßgeschneiderte Lösung für SchriftstellerInnen bietet die Berliner Firma R.O.M. mit Papyrus Autor III. Zu den Besonderheiten gehören hier ein integrierter Duden-Korrektor, eine Back-up-Funktion mit Revisionskontrolle, Zielvorgaben für den Umfang eines Manuskripts, Anzeige des Abgabetermins, Inhaltsübersicht mit Notizfunktion sowie die automatische Umwandlung des Textes in verlagsgerechte Normseiten. Prima! Das besondere Highlight ist aber die ausgeklügelte Stilanalyse! Markierte Stellen weisen auf mögliche Schwachstellen hin, über die ein Leser »stolpern« könnte. Dies sind zum Beispiel doppelte Wörter in naher Textumgebung oder zu lange Sätze. Selbstverständlich lässt sich die Analyse dem eigenen Stil anpassen. Gut gelöst sind überdies der frei erweiterbare Thesaurus und eine pfiffige Klemmbrett-Funktion. Textschnipsel werden einfach auf den Seitenrand gezogen und so zu Notizen gewandelt. Eine Datenbankanbindung rundet den guten Gesamteindruck des Programms ab. Direkt aus dem Text können Datensätze angesprungen werden, wie z. B. Rechercheergebnisse oder Informationen zu Charakteren oder Orten. Erfreulich: Eine Beispieldatenbank für Charaktere, Orte und Artefakte liegt bereits bei.

Scrivener 2

Wer Romane eher »szenenorientiert« schreibt, sollte Scrivener von Literature & Latte genauer unter die Lupe nehmen. Scrivener punktet vor allem mit einer schick designten Programmoberfläche und einem Vollbildmodus, der einfach nur Spaß macht! Aber steckt auch eine ordentliche Leistung hinter den schönen Bildchen? Ja! Mit Scrivener können mühelos Buchkonzepte entwickelt, strukturiert und Gliederungen erstellt werden. Und genau hier liegt die Stärke der Software: Anders als herkömmliche Schreiblösungen, ist Scrivener nicht an den statischen “Textflow” ausgerichtet, sondern orientiert sich am Inhalt (Content-Lösung). Kapitel werden wie Ordner angelegt, bearbeitet, verknüpft und sortiert. Ebenso einfach verwaltet Scrivener Recherche-Links, Bilder, Videos sowie PDFs direkt in der Programmoberfläche. Eine kluge Ansicht ist die Outline-Ansicht. Hier bekomme ich die Synopsis meiner Kapitel und die Dokument-Meta-Daten (z. B. Wer agiert in dieser Szene?) angezeigt. Einfacher kann man kaum einen Überblick über Figuren, Orte und Handlungsstränge behalten. Einfacher nicht: aber vielleicht schöner. An einer virtuellen Pinnwand werden Kapitel als Karteikärtchen angezeigt, die ich nach Gusto umpinnen kann. Das macht Spaß. Selbstverständlich ist es möglich, direkt in jede Szene zur Weiterbearbeitung einzusteigen.

Das Schreibprogramm Scrivener ist übrigens in der Verison 2 erschienen. Grund genug, die neuen Features aus dem Hause “LiteratureAndLatte” einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

http://www.vimeo.com/20429116

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört ein neues Corkboard. Jetzt können die Indexkarten nach Belieben sortiert und auf unserem virtuellen Tisch verteilt werden. Zudem ist es noch einfacher zwischen einzelnen Seiten, dem Binder, dem Corkboard oder der Outline die Ansichten zu wechseln.Ein weiteres Problem war zuvor das “Sortieren” des Binders. Mit den neuen Kollektionen können wir veschiedene Binder anlegen und rasch auf diese zugreifen. So ist es möglich, komplexe Texte ordentlich zu strukturieren und auch nach Wunsch zu gruppieren.

Ganz besonders freue ich mich über die neue “Seitenansicht”. Im Modus “PageView” kann ich mir mein Dokument als ganze Seite bzw. Doppelseite in einem frei festlegbaren Design anzeigen lassen. Damit kann ich mir mit Scrivener meinen Desktop so einrichten, wie ich vorzugsweise mit Text arbeite. Prima. Wichtig für die Zusammenarbeit mit dem Lektorat ist die verbesserte Darstellung von (Word-)Kommentaren und Fußnoten. Dazu gibt es ein neues Tool in Scrivener 2: den Inspektor für Fußnoten und Kommentare. Mit dem neuen Inspektor funktioniert die Zusammenarbeit mit Word einwandfrei.

Ein nettes Feature sind auch die “Quick Reference Panels”. Per Mausklick kann ich beliebige Dokumente aus dem Haupttext herauszoomen und als eigene Fenster auf den Desktop legen. Coole Idee. Wichtig sind noch zwei Dinge: Scrivener goes mobile :-) Soll heißen: Ich kann meine Dokumente (oder auch Auszüge) auf meinem Server ablegen – zum Beispiel in meine Dropbox legen – und von überall auf diese Dokumente zugreifen – und es mit einem iPad oder iPhone bearbeiten. Habe ich mein Dokument fertiggestellt, will ich es auch ausdrucken respektive mit einem weiteren Programm in Form bringen. Mit dem “Compile Feature” bekomme ich Zugriff auf nahezu alle Details meiner Datenausgabe. So kann ich in einem übersichtlichen Fenster meine Fußnoten, Kopfzeilen, Anmerkungen – bis hin zu jedem einzelnen Kapitel – auswählen und bestimmen, welcher Teil meines Dokuments in welcher Formatierung ausgegeben werden soll. Okay. Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Überblick bekommen. Im Screencast werden diese Features und weitere Neuigkeiten vorgestellt. Alles weitere findet ihr auch auf der Scrivener Website.

StoryMill

Viele Romane folgen einem strengen chronologischen Aufbau. Klar. Aber es gibt auch Werke, bei denen die zeitlichen Abfolgen der Geschehnisse von essentieller Bedeutung sind. Spielt sich der Plot dann noch auf mehreren Ebenen ab, kann die Beantwortung der Frage »Wer befindet sich wann, wo, mit wem – und was macht dieser gerade?« zu einer echten Herausforderung werden. Hier verspricht StoryMill von Mariner Software Hilfe. In der Tat bietet StoryMill unterschiedlichste Möglichkeiten, eine Geschichte auf mehreren Ebenen anzuzeigen und Romanfiguren, Szenen, Orte und Recherchen zu verfolgen, zu kennzeichnen und zu filtern. Sogenannte Smart Views (intelligenten Ansichten) erleichtern das Überwachen und Verwalten des schöpferischen Prozesses. Das gelungenste Detail (und so weit ich weiß ein Alleinstellungsmerkmal auf dem derzeitigen Markt) ist die Ansicht Zeitstrahl: Dieser bildet die Handlung in Form einer Zeitskala ab und liefert einen einzigartigen Überblick über den chronologischen Ablauf der Geschichte. Neben diesen Highlights bietet natürlich auch StoryMill viele zusätzliche Werkzeuge für Autorinnen und Autoren, wie kontextabhängige Kommentarfunktion, Anzeige von Worthäufigkeit und Auffinden von Klischees, Unterstützung in der Zusammenarbeit mit dem Lektorat/Agenten, Vollbildmodus und der Sicherung aller Aktivitäten direkt in StoryMill.

Insgesamt erfüllt jedes der vorgestellten Programme die Anforderungen an den »Schreiballtag«. Papyrus trumpft mit einer ausgefeilten Stilkontrolle und der nahtlosen Einbindung von Duden und Thesaurus. Scrivener bietet einen hervorragenden Überblick über große Werke und ein gelungenes Designkonzept. StoryMill hat mit der Zeitlinienstruktur ein ganz eigenes i-Tüpfelchen im Angebot. Unterm Strich empfehle ich, vom Angebot der Hersteller regen Gebrauch zu machen, die vorgestellten Programme kostenlos zu testen. Viel Spaß :-)

Federwelt – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren
im Uschtrin Verlag
, www.uschtrin.de

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1 Kommentar

  1. Boa

    super video!

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