[Teil 1] Videos mit kleinem Budget: Beste Vlog Cam – Blogger Kameras im Test: Canon 70D, Canon GX7, Nikon D800, iPhone

Was ist die beste Vlog Cam? Blogging Kameras in meinem Die-Probier-Ich-Aus-Selbsttest …

Wer einen Videoblog (Vlogging) startet, steht vor der Qual der Wahl: Welche Technik soll ich bloß nutzen? Ich habe mich nun eine ganze Weile mit dieser Frage beschäftigt und alles Mögliche getestet. In dieser kurzen Serie habe ich dir meine Erfahrungen und mein Setup zusammengestellt.

Vlog Cam soll man für seine Videos nutzen. Zum einen gibt es sehr preiswerte Einstiegsmöglichkeiten. Aber reichen diese Lösungen für einen vernünftigen Video-Blog (Vlog)? Denn eines ist klar: „Video-Leser“ sind in Punkto Bild- und Tonqualität verwöhnt. Und auch wenn es unfair ist: die Messlate ist das herrkömmliche Fernsehen.

Klar – niemand erwartet auf einem Blog sendefähiges Material. Aber ein Mindestmaß an Bild- und Tonqualität sollte schon vorhanden sein. Also: Was sind die besten und beliebtesten Vlog Kameras auf YouTube und Co?

Teil 1: Die richtige Kamera

Teil 2: Der gute Ton

Teil 3: Es werde Licht 

Teil 4: Videoschnitt Software (in Kürze)

Vlogging mit der Webcam

Meine ersten Videos habe ich mit dem Laptop (MacBook) aufgenommen. Naja. Das war nicht so dolle. Zum einen nervt das Eigenlicht des Monitors. Zum anderen klebt man halt die ganze Zeit direkt vor dem Monitor. Die Qualität reicht für Skype oder kurze Statements. Ein längeres Video würde ich heute nicht mehr anbieten wollen.

Vlogging mit WebCam Logitech c930e

Also habe ich eine professionellere Webcam ausprobiert. Nach vielem Lesen und Verlgeichen bin ich bei der Logitech C930e gelandet. Die Bildqualität ist ganz in Ordnung. Der Zoom funktioniert schön. Und dank des erstaunlichen Weitwinkels ist auch der Bildausschnitt deutlich besser als bei einer Laptop-Webcam. Der Betarchter muss also keine Angst haben, gleich von einem Nasenhaar erschlagen zu werden. Mein Problem mit der Webcam ist, dass man für vernünftige Aufnahmen ein sehr gutes Licht benötigt. Ich habe hier zunächst mit einem Punktstrahler aufgerüstet – was Quatsch war, da hier sofort das Bild zu flimmern beginnt. Also habe ich in ein Videolicht investiert. damit sind die Aufnahmen schon besser – aber es ist halt immer ein Auf- und Abbauen, wenn man mal ein Video drehen möchte. Außerdem klebt man noch immer fix vor dem Bildschrim.

Vlogging mit iPhone 6s

Als Alternative kam mir dann das iPhone in den Sinn. Ich nutze derzeit das iPhone 6s und bin mit der Videoqualität recht zufrieden. Und ja: Auch für das Vlogging macht das iPhone eine gute Figur. Die Filme sind scharf – und das beste ist:

  • man hat sein Camcorder immer dabei
  • das Setup ist schnell aufgebaut
  • man muss nicht vor dem Bildschirm kleben

Der Nachteil ist, dass ich auch hier halbwegs vernünftiges Licht benötige. Hier habe ich die obige Lösung genutzt (was ganz okay ist). Nerviger ist der recht enge Bildausschnitt. Aber hier hilt ein Weitwinkel-Objektivaufsatz weiter, zum Beispiel von Moment Lens (http://momentlens.co/). Mit einem Weitwinkelaufsatz bekommt man ein tolles Ergebnis – auch beim Selfie-Vlog. Den Ton am Smartphone habe ich mit einem Ansteckmikro von Rode optimiert. Dieses ist sehr rauscharm und vernünftig angesteckt bringt es einen absolut brauchbaren Ton aufs Video. Es hat zwar keine Sennheiser-Qualität. Aber wenn man den oberen Frequenzbereich (5000-10000) später ein wenig anhebt, kann man mit demTon gut leben.

Vlogging mit Nikon D800

Okay, dachte ich mir, nun packen wir mal die großen Geschütze aus. Also habe ich meine Nikon D800 als Kamera für meine Videos ausprobiert. Die Nikon D800 ist natürlich eine klasse DSLR-Kamera und legt in Sachen Bildqualität die Messlatte ganz, ganz hoch. Das Problem ist, dass man das gute Stück eigentlich nur im manuellen Modus für Videos nutzen kann. Da der Autofokus über Kontraste den Schärfepunkt sucht, hat man sonst ein ewiges Hinein- und Hinauszoomen auf dem Video, denn die Kamera sucht bei jeder Bewegung den Fokus neu. Das nervt ohne Ende. Wer also einen anderen beim Bloggen filmt oder mit dem manuellen Modus gut arbeiten kann, findet kaum eine bessere Kamera. Ja, ich weiß, dass die Canon 5 III eine Alternative ist. Aber ich finde, dass die Nikon hier einfach noch bessere Videos abliefert. Wer allerdings einen Autofokus benötigt (was bei Vlogs nicht selten vorkommen dürfte), muss auf dieses Schätzchen wohl verzichten.

Vloggers Lieblinge: Canon GX7 und Canon Vlog Camera S120

Der Test mit der GX7 ist der erste echte Aha-Effekt bei meiner Suche nach der perfekten Vlog-Kamera gewesen. Sie ist leicht, hat einen tollen Autofokus, ein gutes Objektiv und liefert hervorragende Bilder – äh Videos. Wer also ein wenig in die Tasche greifen mag, sollte auf jeden Fall die Canon GX7 einmal unter die Lupe nehmen. Ich bin allerdings nicht bei der GX7 hängengeblieben. Für Filme „unterwegs“ stehen die Mehrkosten nicht im Verhältnis zum Qualitätsgewinn im Vergeich zum iPhone. Und wenn man wirklich filmerisch mehr Freiheiten haben möchte, reicht sie dann doch nicht aus. So wollte ich für meine Blogbeiträge etwas mehr mit Tiefen(un)schärfe arbeiten – und auch ein lichtintensiveres Objektiv nutzen, damit ich später Zeit mit dem Vorbereiten meines Settings spare. Denn alles, was die Kamera nicht kann, muss ich später über Licht, Diffusoren, Mikrophne etc. ausbügeln. Also habe ich mit die Canon 70D einmal angeschaut …

Beste Kamera für Vlogger: Canon 70D

Da sind wir nun. Die Canon 70D ist zur Zeit meine erste Wahl. Zum einen ist sie eine super Kamera mit hervorragender Bildqualität. Als Spiegelreflexkamera habe ich eine breite Auswahl an Objektiven, sodass ich künstlerisch im Prinzip alles machen kann, was das Herz begehrt. Dank ihrer 20,2 Megapixel mit APS-C CMOS-Sensor und DIGIC 5+ sind Full HD Videos in wirklich vorzeigbarer Qualität möglich. Das besondere Highlight der Canon D70 ist aber der intelligente Dual Pixel CMOS AF Autofokus. Mit dieser Technik ist im Live-Mode ein nahezu „fließendes“ Scharfstellen gewährleistet. Ein Feature, welches für Vlogger absolut notwendig ist! Nimmt man dann noch ein STM-Objektiv hinzu, funktioniert der Fokus beinahe geräuschlos. Und nutzt man nun noch ein externes Mikro (zum Beispiel das Rode VideoMic Pro), spricht gar kein Geräusch beim Zoomen mehr auf das Band über. Perfekt. Ich habe mir dann noch ein Ultra-Wide-Objektiv dazugekauft, sodass ich run 1 Meter vor der kamera sitzen kann und dennoch ein schönes Raumgefühl vermitteln kann.

Mein Setup Vlog Cam

  • Kamera: Canon 70D
  • Objektiv: Canon EF-S 10-18mm f/4.5-5.6 IS STM

  • Mikro: Rode VMPRY VideoMic Pro Rycote

  • Mikro: Rode SmartLav+ (als Backup Interview/ Outdoor)

Mein Setup für Videos

  • Kamera: Nikon D800
  • Objektiv: Nikon AF-S Nikkor 24-120 1:4
  • Mikro: Neumann TLM 103

Mein Setup für Vlogging unterwegs

  • Kamera: iPhone 6s
  • Objektiv: Moment Wide Lens (optional)
  • Mikro: Rode SmartLav+

Okay, worauf solltest du beim Kauf einer Vlog Kamera achten?

Wer mit dem Vlogging anfängt und erste Videos dreht, kann mit seinem Handy meist die besten Erfolge verzeichnen. Mit kleinen Tools (Aufstecklinsen oder ein externes Mikro) kann man zudem schon beachtliche Ergenisse in Bild- und Tonqualität haben.

Ambitionierte Vlogger sollten etwas in die Tasche greifen und sich Vlog Kameras anschauen.Hier ist die Canon GX7 eine tolle Lösung. Auch die Canon PowerShop S120 ist eine prima Kompaktkamera für das vloggen. Für unterwegs sind gerade die Kompaktkameras (oder ein vernünftiges Handy) eine gute Vlogging-Lösung. Immerhin hat man nicht immer seine DSLR-Kamera zur Hand.

Muss eine Kamera 4k-Videos aufnehmen können? Nee. Während Full HD sein sollte, ist 4K derzeit noch überbewertet. Zum einen fehlt es an Abspielgeräten, zum anderen nutzt ein 4K mit schlechtem Objektiv gar nichts.

Viel wichtiger sind also das Objektiv mit einem guten Weitwinkel und guter Lichtempfindlichkeit.

Oft unterschätzt ist der Ton: Doch ein noch so tolles Video wird dem Betrachter bei schlechtem Ton wenig Spaß machen. Investiere hier z.B. in das sehr preiswerte SmartLav+. Mit diesem Mikro hast du einen guten Grundsound.

Nützlich: Eine Vlog Kamera sollte wenn möglich ein klappbares Display haben. Es ist einfach eine feine Sache, wenn man kurz vor der Aufnahme den Bildausschnitt prüfen kann. Man sollte aber vermeiden, die ganze Zeit auf das Display zu starren. Für den Betrachter schaut es dann aus, als würde man schielen. Der Blick gehört in Richtung Objektiv!

Zubehör: Für mein Handy nutze ich einen Selfie-Stick. Dieser ist extrem praktisch und schnell verstaut. Schön sind Sticks, die man zudem als kleinen Fuß nutzen kann, um das Handy auch einmal hinstellen zu können. Für ein paar Euro mehr, kann man diese schon bekommen. Eine gute Investition.

Für die Kamera Canon EOS D70 muss man schon ein etwas großeres Exemplar nutzen. Hier ist der Joby Hybrid Gorillapod eine gute Anlage. Dieses seltsame Gebilde kann man als Selfie-Stick, als Stativ und als Krake nutzen, um die Kamera auch mal an ungewöhnlichen Orten zu befestigen.

Vlogging | Die Serie

Teil 1: Kamera | Die richtige Kamera

Teil 2: Audio professionell aufnehmen | Der gute Ton

Teil 3: Videos gut ausleuchten | Es werde Licht 

Teil 4: Videoschnitt Software (in Kürze)

Marco

Marco

Designer

Später lesen?

Diesen Artikel als
E-Book downloaden!

DOWNLOAD

Hey, schreib mir deine Meinung!

6 Kommentare

  1. AnnaTeresa

    Das ist der beste Artikel, den ich bisher zum Thema Vlogkameras finden konnte. Top!
    … für solche Tipps und gut recherchierten Artikel unterstütze ich den Autor eines Textes sehr gerne per Affiliate ;-)

    Liebe Grüße
    Anna

  2. Marco

    Hey, danke für dein tolles Feedback!

  3. Börge

    Vielen Dank für das Zusammentragen.
    Anmerkung zur Canon 70D.
    Von der Videofunktionalität eine gute Kamera. Eine DSLR nutzt man aber ja auch zum Fotografieren und da bin ich persönlichen nicht unbedingt immer zufrieden. Auch der 98% Sucher stört gelegentlich. Deshalb würde ich bei einem Neukauf, heute eher zu einer 80d oder 5d Mark IV schielen. Wer noch etwas Zeit hat, sollte die Canon 6D Mark II abwarten.

    Aber auch die Sony 6000 finde ich sowie die alpha 7 interessant.

  4. Marco

    Hi, danke für dein Feedback. Das ist natürlich immer eine Budgetfrage :-) Ich nutze zum Fotografieren die Nikon D800. Aber die Canon 70D ist halt eine der sehr wenigen mit einem unhörbaren Zoom, was für das Filmen unbedingt notwendig ist.

  5. David B

    Hey Marco,

    schöner Beitrag. Die WebCam Logitech c930e ist eine klasse Idee. Vor allem vom Preis her eine top Einstiegs-Cam. Auch mal bei den gebrauchten bei Amazon und Ebay schauen. Gibt es oft super günstig.

  6. Tom

    Hey, hab eine gute Seite gefunden die sich mit der Thematik YouTube und Livestreamen auf Twitch beschäftigt!

    http://www.yourstech.de

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Share This