Kein SEO ohne Google …

Professionelles SEO ist nur möglich, wenn man Google versteht.

Eigentlich beginnt die Geschichte der Suchmaschinenoptimierung 1993. Das Internet wurde für die Öffentlichkeit durch Netscape ins Leben gerufen bzw. ein Jahr später mit dem Internet Explorer dem Endverbraucher schmackhaft gemacht. Der wesentlicher Meilenstein in der Suchmaschinenoptimierung datiert allerdings im Jahr 1998: die Gründung der Suchmaschine „Google“. Google nimmt heute die zentrale Rolle in der SEO ein, da sie heute (in Deutschland) die bedeutendste Suchmaschine ist und ein wesentlicher Teil aller Suchanfragen über sie abgewickelt wird. Seit 1998 wächst die Bedeutung der Suchmaschine stetig und mit ihr die Notwendigkeit, die eigene Website für die Anforderungen der Suchdienste so zu optimieren, dass diese gut gefunden wird.

In den Jahren 2001/2002 erhält ein weiterer Baustein des Marketings Einzug in den Geschäftsalltag: Das erste Mal werden Links für Geld gehandelt. Vorreiter ist auch hier Google mit dem Werbedienst „AdWords“. Fünf Jahre später gibt es dann eine weitere wichtige Neuerung, die für die Suchmaschinenoptimierung relevant ist: Seit 2006 können nicht nur Texte, sondern auch Videos und Bilder platziert und gesucht werden.

Google – und der Mensch

Unter dem Stichwort Caffeine hat Google 2010 die größte Überarbeitung der Such-Infrastruktur ihrer Suchmaschine durchgeführt. Ziel der größten Suchmaschine auf dem Markt ist natürlich die Verbesserung der Suchergebnisse. Kurz: Statt z. B. hundert Foren mit ausufernden Diskussionen, soll eine Suchmaschine hochwertige konkrete Suchergebnisse liefern. Nach eigenen Angaben wollte Google damit neue Seiten und Rankingsignale schneller in den Index aufnehmen. Das Update hatte auch gut funktioniert. Nur ist die Größe des Google-Index rasant gewachsen. Fand zuvor eine “unfreiwillige technische Zensur” durch Google statt, da Google nur eine begrenzte Anzahl an URLs von Domains indexieren konnte, fiel dieser unfreiwillige Filter durch das Caffeine Update weg. Dadurch gelangte jede Menge “Überflüssiges” in den Index, was die Qualität der Suchergebnisse drastisch verschlechterte. Die logische Konsequenz war eine “bewusste Filterung” des Index: dieses Mal nicht technisch bedingt, sondern nach dem Kriterium “qualitativ hochwertigen“ Inhalts für den „suchenden Menschen“. Genau dies soll die Panda-Struktur Googles leisten.

Wie funktionieren Googles Updates Panda, Penguin und Co?

Das ist natürlich ein Google-Geheimnis. Aber die Variablen sind begrenzt: Google könnte den Anteil der Brand-Suchen heranziehen, die Qualität von Texten bewerten oder einfach eine Reduzierung von indexierten Seiten vornehmen. Vermutlich liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte. Auffällig ist, dass wesentliche Unterschiede vor allem in den Faktoren Verweildauer, PageView pro Nutzer und Bounce-Rate liegen. Dies scheint auch logisch, da Google denkt, die Besucher seien weniger an den Inhalten interessiert.

Amit Shagal, im Jahr 2011 Leiter des Ranking-Teams von Google, hat auf googlewebmastercentral.com die von seinem Kollegen entwickelten Fragen veröffentlicht, die zur Beurteilung einer guten Website herangezogen werden:

  • Würdest du den Informationen in diesem Artikel vertrauen?
  • Wurde dieser Artikel von einem Experten geschrieben, der sich wirklich mit dem Thema auskennt?
  • Gibt es auf der Webseite Artikel mit gleichem oder ähnlichem Inhalt, welche lediglich auf etwas andere Keywords optimiert sind?
  • Würdest du dieser Webseite deine Kreditkarteninformationen anvertrauen?
  • Weist dieser Artikel stilistische, grammatikalische oder andere Fehler in der Rechtschreibung auf?
  • Richten sich die Artikel dieser Webseite nach den Interessen der Leser oder dienen sie offenkundig nur dazu, in Suchmaschinen gefunden zu werden?
  • Beinhaltet dieser Artikel neue Informationen oder eine einzigartige Betrachtungsweise des Themas?
  • Verfügt diese Webseite im Vergleich zu ähnlichen Seiten über einen wirklichen Mehrwert?
  • Findet eine regelmäßige Kontrolle des Inhalts dieser Webseite statt?
  • Beschreibt dieser Artikel unterschiedliche Sichtweisen des Themas?
  • Ist diese Webseite in ihrem Bereich eine anerkannte Autorität?
  • Wurde die Erstellung des Contents dieser Seite in Auftrag gegeben oder werden die Inhalte auch auf anderen Seiten des Betreibers publiziert?
  • Wurde dieser Artikel professionell geschrieben oder eher auf die Schnelle veröffentlicht?
  • Würdest du deine Gesundheit betreffende Informationen dieser Webseite vertrauen?
  • Würde dir diese Webseite wieder einfallen, wenn lediglich der Name genannt wird?
  • Behandelt dieser Artikel alle erforderlichen Sichtweisen der Thematik?
  • Beinhaltet dieser Artikel weiterführende Gedanken oder tiefgreifende Analysen?
  • Ist dieses eine Webseite, die du bookmarken oder deinen Freunden weiterempfehlen würdest?
  • Beinhaltet dieser Artikel so viel Werbung, dass diese vom Lesen des Artikels ablenkt?
  • Könntest du dir vorstellen, dass dieser Artikel auch in einem Magazin oder Buch veröffentlicht wird?
  • Sind die Artikel dieser Webseite zu kurz, zu oberflächlich oder einfach nicht hilfreich?
  • Ist diese Webseite mit großer Sorgfalt bzw. Liebe zum Detail gestaltet?
  • Hätten die Besucher dieser Webseite etwas zu beanstanden, wenn sie die Seite das erste Mal sehen?

Natürlich garantiert dieser Katalog keine Top-Platzierung in Googles Suchergebnissen. Dennoch gibt er einen Einblick in die Dinge, die Google als wichtig erachtet. Dabei gleicht der Grundgedanke jeder anderen Suchmaschine: Der Algorithmus soll dem “menschlichen” Befinden nachempfunden werden. Im Falle Googles wird dazu das Verhalten der Google Chrome-Benutzer ausgewertet und mit den errechneten Ergebnissen der Suchmaschine verglichen. Blockieren beispielsweise Benutzer von Google Chrome unerwünschte Ergebnisse, wird dieses Verhalten mit der “errechneten” Bewertung verglichen. Nach Auskunft Googles entsprechen die errechneten Ergebnisse weitestgehend den „menschlichen“ Bedürfnissen. Ziel ist also die Ausrichtung auf relevanten Inhalt.

“We encourage you to keep questions like the ones above in mind as you focus on developing high-quality content rather than trying to optimize for any particular Google algorithm.

Amit Singhai, 2011

Übersetzt: „Wir ermutigen Sie, die obigen Fragen im Auge zu behalten und sich auf die Entwicklung hochwertiger Inhalte zu konzentrieren, anstatt zu versuchen, für einen bestimmten Google-Algorithmus zu optimieren.“

Kritisch ist anzumerken, dass hier eine gewisse Zensur des Internets stattfindet. Ein Suchalgorithmus entscheidet, was „wertig genug ist“, in den Index der Suchmaschine aufgenommen zu werden. Im Rahmen dieser Kritik ist der “Plus One Button” von Google zu erwähnen. Mit diesem Button kann der Besucher eine Seite mit einem “+1″ upvoten – aber auch unerwünschte Ergebnisse blockieren, sprich mit einem “-1″ markieren. Dieses Voting fließt ebenfalls in die Bewertung der Seiten ein, so dass der Faktor “Mensch” an Einfluss gewinnt. Aber auch hier stellt sich eine weitere Frage: Wie leicht lassen sich diese Ergebnisse manipulieren? Wie leicht kann eine Seite mit gutem Inhalt aber schlechterem Design, durch Google blockiert werden? Was ist, wenn eine Personengruppe Webseiten mit anderen Meinungen abstuft?

Google entwickelt sich stetig weiter …

Eines ist klar. Google entwickelt sich stetig weiter. Und egal ob Panda oder Penguin oder welches Tier uns auch immer künftig verzücken mag: Die Suchprozesse werden besser gefiltert, ausgewertet und die Ergebnisse entsprechend optimiert. Für den normalen SEO-Websitebetreiber bedeutet dies zunächst, dass grundsätzlich die Erstellung von “Inhalten” besser gelistet wird als Keyword-Texte für Suchmaschinen. Damit werden Seiten mit erkennbarem Mehrwert höher eingestuft. Problematisch ist, dass die oben erwähnte Fragenliste eher zu professionellen Contentseiten passt (am besten redaktionell erstellt). Aber wo bleiben dann die Hobby-Blogger, die ihre Texte nicht professionell erstellen? Muss jeder ein Fachmann sein – und als solcher schreiben – um gute Blogs zu führen? Und wo bleiben die ebenfalls wichtigen Verzeichnisse, Review-Plattformen und Preisvergleiche?

Für professionelles SEO bedeutet dies vor allem, kontinuierlich am Ball zu bleiben, die Suchprozesse zu analysieren und die Ranking-Strategien regelmäßig dem Wandel der Zeit anzupassen. Wie schreibt es die Stuttgarter SEO- und AdWords Agentur Seonative so schön: „Suchmaschinenoptimierung ist ein stetiger, fortlaufender Prozess. Die Suchmaschinenbetreiber (insb. Google) passen ihre Algorithmen stetig an. Außerdem ist das Internet selbst ein dynamisches Umfeld, und ein hohes Ranking ist nicht für alle Zeit garantiert.“

Marco

Marco

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