Ein Logo online erstellen lassen: Geht das? Und macht das Sinn?

Kann man sich ein Logo online erstellen lassen? Und was kann ich als Unternehmer und Designer von Logowettbewerben erwarten?

Ganz geich, ob man sich im World Wide Web präsentiert, einen Laden eröffnet, einen Blog betreibt oder einen Großkonzern leitet, eines haben alle Unternehmungen gemeinsam: Sie müssen ein Logo haben.

Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Als großes Unternehmen ist die Erstellung des Corporate Designs kein Problem: Man engagiert eine Werbeagentur mit der professionellen Entwicklung. Kosten spielen hier eine untergeordnete Rolle. Immerhin soll mit dem »Auftritt in der Öffentlichkeit« in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten jede Menge Geld verdient werden. Gemessen daran sind die Investitionen in ein hochwertiges CD CI gering bis verkraftenswürdig.

Der Blogbetreiber oder Kleinunternehmer wird bei einer vier-, fünf- oder gar sechsstelligen Summe für ein Corporate Design vermutlich blass werden. Als Konsequenz spart sich der Kleinunternehmer die komplette Investition und versucht sich selbst in Paint.

Es gibt aber auch eine weitere Möglichkeit: Job Boards, wie zum Beispiel Logoarena.

Logoarena.de

Die Meinungen über Job-Börsen gehen auseinander. Vor allem deshalb, weil Aufträge zu Niedrigpreisen ausgeschrieben werden. Da Billigarbeiten gesucht werden, sind entsprechend preiswerte Billiganbieter zu finden – was wiederum Auswirkung auf die Qualität der angebotenen Leistungen haben könnte. Mit dieser kleinen Vorrede im Hinterkopf lohnt es sich dennoch, einen Blick auf die verschiedenen Portale zu werfen: Für Unternehmer und DesignerInnen.

Lohnen sich Logowettbewerbe für Unternehmer?

Klar. Natürlch kommt es auf die Ansprüche und die Zeilrichtung an. Aber gerade wenn der Geldbeutel eng geschnürt ist, sind Logowettbewerbe eine einfache Möglichkeit an ein Logo zu kommen. Die Vorteile für Unternehmer liegen auf der Hand: Man bekommt zu unschlagbaren Preisen professionelle Ergebnisse angeboten. Vielleicht entsprechen die Arbeiten nicht immer denen eines gestandenen Designbüros. Aber angesichts der Preissegmente von 250 EUR bis 500 EUR kann kein Unternehmer ernsthaft eine ausgefeilte Brandingstrategie für mehrere tausend Euro erwarten. Zudem hat der Suchende oftmals eine Zufriedenheitsgarantie, sodass er im Prinzip kein Risiko eingeht. Kurz: Der Suchende bekommt für wenig Geld viel Leistung.

Lohnen sich Logowettbewerbe für DesignerInnen?

Ja und Nein. Kommt halt darauf an, mit welcher Erwartung ich an Wettbewerben teilnehme. Als erfahrener Designer wird man vermutlich keine passende Ausschreibung für sich finden. Gerade wer sich auf Corporate Design spezialisiert hat, wird ein Signet nicht ohne Direktkontakt entwerfen können und wollen.

Das Angebot kann dennoch eine spannende Akquiseplattform sein. Gerade zu Beginn der gestalterischen Laufbahn ist das Netzwerk vieler Kollegen recht großmaschig und im Auftragsbuch findet sich unerfreulich viel Weißraum. Da ist ein Portal wie Logoarena ein bequemer Weg Kunden zu finden und Aufträge zu generieren.

Logo online erstellen

Aber worauf ist bei Logowettbewerben zu achten?

Da sich die gezahlten Honorare am unteren Level orientieren, sollten dich die Jobs auf jeden Fall interessieren. Es ist enorm wichtig, dass dir eine »geringer bezahlte Arbeit« zumindest Spaß macht. Ein noch entscheidenderes Kriterium ist die Referenzstärke des Projektes. Je besser sich der Job als Referenz eignet, desto eher kannst du preisliche Zugeständnisse machen.

Zum Beispiel habe ich zu Beginn meiner Laufbahn vor allem Aufträge angenommen, die eine vielversprechende Außenwirkung hatten. Zwar war die Bezahlung oft gering, dafür hatte ich als Designer mehr Freiräume. So wurde ich mit einer Kampagne von der Allianz Deutscher Designer, dem Verbund Deutscher Industriedesigner und dem Internationalen Designzentrum ausgezeichnet. Für ein Projekt mit nahezu Nullbezahlung erhielt ich die Leipziger Ehrenauszeichnung für Design oder mit einem anderen Job wurde ich für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Mit all diesen Projekten habe ich zwar weniger Geld, aber viel Renommee verdient, welches mir bei der Akquise gut bezahlter Projekte half.

Trotz allem solltest du darauf achten, immer nur einen Teilbereich deiner Arbeitszeit für »unterbezahlte Referenzarbeiten« zu reservieren. Andernfalls kannst du langfristig nicht überleben.

Fazit

Job Börsen sind für Unternehmer eine spannende Möglichkeit, sich preiswert professionelle Logos erstellen zu lassen. Das Risiko ist gering und schaut man sich die Logos auf Logorarena.de an, sind die Ergebnisse durchaus professionelle.

Für Grafiker sind Job Boards immer ein zweischneidiges Schwert. Die Anforderungen an die Designer sind hoch (mehrere Entwürfe, Konkurrenzdruck) und die Bezahlung ist gering. Andererseits bestimmen Angebot und Nachfrage auch hier den Markt. Gerade junge Kollegen könnten durchaus prüfen, ob das eine oder andere Projekt zur Ergänzung oder Schärfung des eigenen Portfolios einen geringeren Einstiegspreis rechtfertigt.

Weitere Infos: www.logoarena.de
Beispiel eines Logowettbewerbs: www.logoarena.de/logo-wettbewerbe

Was haltet ihr von Job Boards? Habt ihr diese schon einmal als Ausschreibungs- oder Angebots-Plattform genutzt? Wie waren eure Erfahrungen?

Marco

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12 Kommentare

  1. Conrad

    Gute Design-Ergebnisse kann es nur mit professioneller Beratung geben. Crowdsourcing-Plattformen verführen die häufig unerfahrenen Auftraggber nicht selten dazu, ganz nach persönlichem Gusto zu urteilen. Doch es gilt der wunderbare Satz von Helmut Thoma: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

  2. Katleen

    Auf designenlassen.de können Gründer und Kleinunternehmer einen Design-Wettbewerb starten und Ihre Designaufträge (typischerweise Logo-Design, Web-Design, Corporate-Design an designer ausschreiben. Sie erhalten Vorschläge von vielen verschiedenen Designern und können Ihnen dann Ihren Favoriten aussuchen. Alternativ gibt es im Logo-Shop auch viele fertige Logos. Der Preis ist bezahlbar und das Ergebnis qualitätsvoll.

  3. Daniel Vessel

    Also Ich halte nichts von denWettbewerben. Da die Designer (wenn es denn immer welche sind und keine Anfänger oder Algorithmen…) in diesen Wettbewerben. Wissen ja gar nicht ob sie gewinnen oder leer ausgehen. Daher werden die nicht zu viel Zeit investieren können… Meiner Meinung nach sollte da eine Werbeagentur ran, wenn ihr es mit euren Unternehmen ernst nehmt. Zu einem Brand Design gehört eine Beratung, Analyse, Strategie und einem gelernten Kommunikationdesigner. Das können diese Freon nicht leisten. Ich würds mal hier probieren http://click-your-ads.com/logo-design/ Die Jungs wissen wie der Hase läuft…

  4. Marco

    Vielen Dank für dein Feedback. Gleichwohl man bei 400-800 EUR für ein Signet auch nicht allzuviel erwarten darf. Auch bei einer kleinen Agentur dürfte bereits nach 1 bis 1,5-Manntagen das Budget aufgebraucht sein.

  5. Daniel Vessel

    Hallo Marco, also ich hab gute Erfahrungen mit dem Anbieter. Ich selbst arbeite als Account Manager in einer größeren Media Agentur und wir sourcen immer mal wieder kleinere Aufträge dorthin aus, wenn bei uns keine ausreichenden Kapazitäten sind. Bislang wurden die Kundenerwarten immer erfüllt und wir können eine kleine AE aufschlagen, da die Preise eben echt zu verkraften sind.

  6. Sascha

    Ich denke auch, dass Online Lösungen ein Mittel sein können, um günstige und gute Logos erstellen zu lassen.

    Jedoch ist, wie im Beitrag erwähnt, nicht zu erwarten, dass man hier eine ganze Branding Strategie erhält. Dafür muss man den Designer extra beauftragen oder sich selbst Gedanken machen. Wir haben selbst einige Kunden, welche wir direkt auf diese Plattformen verwiesen haben, falls das Budget wirklich gering dafür war.

    Auf der anderen Seite braucht es für ein gutes Logo ein gutes Konzept und das richtige Vorgehen. Ein paar Gedanken hierzu habe ich hier verfasst: http://www.yuhiro.de/wie-sie-ein-logo-erstellen-lassen/

    Ich denke es gibt hier verschiedenste Ansätze. Für manche liegt der Erfolg nicht in einem Logo, sondern in den Geschäftsprozessen. Andere wollen wiederum von Anfang an ein passendes Branding haben (nach meiner Meinung kann der letztere Ansatz die bessere Lösung sein, muss es aber nicht).

    Für Mittelständler und Grossunternehmen ist die Online-Erstellung über Plattformen eher nicht ratsam. Da spart man eventuell an den Logo-Erstellungsgebühren, verliert dafür aber höchstwahrscheinlich Zusatzgeschäft, welches man durch ein Profi-Logo bekommen könnte.

  7. Thomas Prahl

    Logodesigner gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Aus diesem Grund ist es sehr einfach jemanden zu finden der günstig ein professionelles Logo erstellt.

  8. Ralf Schröder

    Die im Artikel beschriebenen Wettbewerbsplattformen (Crowdsourcing) verdienen kräftig mit der Leistung anderer. Ist die Technik installiert, muss man nur noch ins eigene Marketing (SEO, Adwords und Blogbeiträge…) investieren und dann abkassieren. Eine Haftung übernimmt keine der Plattformen, z.B. bei Urheber- oder Markenrechtsverstößen. Das muss man sich als Kunde dieser Plattform bewusst machen und sofern der Designer nicht aus Deutschland oder wenigstens der EU kommt, schaut man auch bei ihm in die Röhre. Und ganz nebenbei hat man 100te Arbeitsstunden der durchgefallenen Designer vernichtet – aber Hauptsache der Bürokaffee ist fairtrade… Warum lässt man eigentlich nicht 100 Steuerberater seine Steuererklärung machen? Bezahlt wird aber nur der, bei dem man am meisten spart!
    Bleiben also nur „teure“ Agenturen oder Kommunikationsdesigner?
    Nein, für ein funktionierendes Logo braucht es nicht immer eine große Analyse, eine ausgebuffte Strategie und ein komplexes Kommunikationskonzept. Für den Konzern? Sicher. Für eine Massenprodukt? Unbedingt. Aber der Handwerker um die Ecke, der Immobilienmakler, das Blumengeschäft? Ganz ehrlich, die schmalen Marketingbudgets werden besser in aktive Maßnahmen investiert. Basierend auf ein solides Logo – ohne Agenturbrimborium und aufgeblasene Designprozesse. Die Logos müssen keine Preise gewinnen, sondern den Absender der Werbebotschaft kennzeichnen und wiedererkennbar machen.
    LOGO24 zeigt seit 2004 täglich, dass das geht. Für unter 100 Euro haben sich bereits 14.000 Unternehmen ein Logo erstellen lassen. Erfahrene Designer mit mehreren tausend Logoentwicklungen und ausgefeilte Abläufe machen es möglich. Mit Bescheidenheit und Blick auf Folgeaufträge ist das auch wirtschaftlich für den Anbieter, der ausschließlich „Made in Germany“ produziert und auf langjährige, festangestellte Mitarbeiter baut.

  9. Marco

    Hallo Ralf, danke für dein Feedback. Ich persönlich bin ein Freund von individueller Arbeit mit dem Kunden. Ich denke, dass auch der Immobilienmarkler und das Blumengeschäft bei dem Logo etwas Geld in die Hand nehmen sollten und sich ein individuelles Logo von einer Agentur erstellen lassen sollten. Immerhin ist das Logo der kleinste gemeinsame Nenner der Marke – mit der man dann die kommende Jahre oder gar Jahrzehnte arbeitet. Hier sollte man m.E. nicht sparen, sondern einen soliden Start angehen. Zudem ist das Logo ja meist nicht nur eine grafische Darstellung, sondern in einem vernünftigen Findungsprozess findet hier bereits die Markenbildung statt.

  10. Daniel Brehm

    Wir kennen das Problem und die Zweifel der Selbständigen und Unternehmer sehr gut. Wobei ich mittlerweile denke, dass eine so teure Summe, die in den sechs stelligen Bereich geht, heute wirklich nicht mehr gebraucht wird. Ein paar Wünsche, zukünftige Vorstellungen und abstriche im Full-Service etc. und man erhält heute ein super gutes Logo, sei es von Wettbewerbs Portalen oder den heute günstigen Logo Designern, die sich aufs wesentliche konzentrieren. Nämlich aus Wunschkriterien logos zu zaubern und sich nicht mit Service und zukünftige Marketing Planung beschäftigen,die sich keiner Leisten kann. Zumal können die Selbständigen und Unternehmer dass einfach und sehr gut selbst erledigen, sei es mit Guerilla Marketing Aktionen o.Ä.
    Abschließend kann ich sagen das ich der selben Meinung bin und das man heutzutage günstig und vor allem trotzdem sehr gute Logos erhalten kann.

  11. Marco

    Danke für dein Feedback. In der Regel richtet sich bei Agenturen der Preis nach der Nutzung (Lizenz). Ein kleines Unternehmen kann also ein professionelles Logo auch „preisgünstig“ von einer Agentur erstellen lassen. 6stellige Beträge sind wohl eher die Ausnahme und betreffen internationale Marken (Deutsche Bahn, Deutsche Bank, etc.). Die Regel liegt eher zwischen 1.000 und 10.000 EUR.

  12. Sophia

    Ich habe selbst ein Logo entwerfen lassen auf Crowdsite.de (eigentlich eine holländische Website glaube ich) aber ich kann es nur weiter empfehlen! Das war total einfach. Ich konnte aussuchen welchen stil ich mag (farben usw.) und schreiben was ich mit wünsche für mein Logo. Dann hab ich den Wettbewerb gestartet und ich glaube nach zwei Tagen waren da schon etwa 30 Entwürfe! Also ich hab sogar noch tollere Entwürfe bekommen als ich in meinem Kopf hatte.
    Echt super solche Seiten. Kann es nur weiterempfehlen. Außerdem hab ich irgendwo gelesen, dass wenn die Seite günstig Logos anbietet, die Entwürfe auch nicht wirklich taugen. Naja… Das Gefühl hatte ich aber überhaupt nicht.

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