Ein Auto leasen … klar, aber eine Website?!

Hast du schon einmal etwas von Webdesignlieasing gehört, zum Beispiel von der Webdesign Agentur MediaUp?

Wen eine größere Investition abschreckt, ganz gleich ob selbst als Entrepreneur oder als Designer für einen Kunden, hat die Möglichkeit, eine einfache Webseite schon für unter hundert Euro zu „mieten“. Klingt interessant? Gerade für Klienten, die kein oder nur ein sehr kleines Budget haben, aber dringend eine ordentliche Webpräsenz bräuchten? Wer als Designer nicht nur gestaltet, sondern auch „mitgestaltet“, kommt oft nicht umhin auch dahingehend zu beraten, was die Marketing-Strategie angeht und damit den Gesamt-Auftritt. Nun, im Kommunikationsbereich steht es außer Frage, dass heut kein Unternehmen mehr umhin kommt, eine ordentliche Präsenz im Netz vorweisen zu können. Nichts ist peinlicher als ein schlecht zusammengeschobenes „Etwas“, das Kunden vergrault und Partner abschreckt.

Wie funktioniert´s?

Wie beim Autokauf ist auch hier Maxime: Wer nicht sofort das Geld zusammen hat, least halt … dann verteilt sich der Einsatz auf einen längeren Zeitraum. Eben im Gegenzug dafür, dass man dies nur solange nutzen kann, wie man dafür bezahlt. Es gehört einem nicht – beziehungsweise lediglich „auf Zeit“ – das scheint doch nur zeitgemäß, oder? Die Frage ist, ob so ein Leasingvertrag hält, was er verspricht; nicht für jeden ist er eine Lösung, aber für viele eine Option.

Kann das klappen? Starten wir mit der Voraussetzung, dass die zu leasende Website einige Grundvoraussetzungen erfüllt, quasi ein Mindestmaß an Qualität; sprich Selbstverständlichkeiten im Business.

  • den aktuellen technischen Anforderungen entspricht, heißt: ordentlich programmiert ist.
    Check: Ok.
  • Responsive Webdesign (optimiert für Smartphones, Tablet PCs und Desktop, webkonform in HTML5).
    Check: Ok.

Sorglos mit All-inklusive?

Mal schauen, was das selbst ernannte All-Inklusive Angebot noch so bietet. Wie zum Beispiel sieht es mit der Gestaltung aus? Ein attraktives Design ist beinahe genauso wichtig wie die Funktionalität. (Form follows Funktion – oder doch lieber umgekehrt?)

Der Service: Das Layout der Seite wird der bestehenden Corporate Identity angepasst. Das ist gut und wichtig, denn leider ist das nicht bei allen Programmierern vorausgesetzt, aber das ist ein anderes Thema.
Check: Ok.

Wie sieht es mit dem Content Management System aus? Wird ein ordentliches CMS aufgesetzt / genutzt?
Check, ja – vorhanden. So kann man selbst eingreifen, Inhalte ändern und über alles Wichtige selbst entscheiden. Einfach und übersichtlich genug, damit man selbst beziehungsweise der eigene Kunde damit klarkommt, ohne über Programmierkenntnisse zu verfügen.

Es ist angerichtet

Eine Arbeitserleichterung ist diese Lösung allemal – es wird alles serviert: Hier noch einen Punkt mehr oder da lieber eine Seite woanders hin schieben? Bis zu 10 Inhaltsseiten (nach den eigene Wünschen) werden angelegt, Seitenstruktur und Navigation können frei gestaltet werden. Es gibt Empfehlungen, aber der Kunde hat das letzte Wort.

Ein Vorteil ist natürlich, dass man sich nun ganz den Inhalten widmen kann. Zeit und Kraft in Texterstellung und Bildauswahl stecken, die Content-Strategie im Auge behalten und eine ordentliche Bildsprache inklusive passendem Wording entwickeln kann – ohne sich mit dem Gerüst und Aufbau der eigentliche Website aufzuhalten. Ergänzt werden kann die Webseite durch zahlreiche Features, von der Bildergalerie über einen Downloadbereich bis hin zu Formularfunktionen.

Und was ist mit dem (manchmal) leidigen Thema Suchmaschinen? Angeblich greift auch hier die „All-You-Can-Read-Rate“: SEO-ready. Was heißt das nun? Das beinhaltet: Onpage nach SEO-Guidelines optimiert. Nicht unbedingt die Kür, aber das kann man zu diesem Preis wohl auch nicht erwarten.

Und wo nun muss man genauer hinschauen?

Gibt es einen Haken? Aha, die Laufzeit beträgt 24 Monate. Man bindet sich für zwei Jahre. Manch eine Website braucht von der Planung bis zur Fertigstellung fast genauso lang. Das weiß ich leider selbst aus leidiger Praxiserfahrung. Na gut, die Laufzeit kennt man man vorher. Hier spart man sich – im Gegensatz zum Autoleasing – die lästigen Werkstatt-Termine und groß „pflegen“ muss man das gute Stück auch nicht, da man die Website ja nicht wie ein Auto in gutem Zustand zurückgeben muss.

Gezahlt wird monatlich, so dass die Kosten überschaubar bleiben – auch für kleinere Projekte. Der zeitliche Faktor ist ebenso nicht außer Acht zu lassen: Wenn es schnell gehen soll, etwa weil ein Produkt-Launch unmittelbar bevorsteht oder eine Messe vor der Tür steht, benötigt man nicht selten eine ordentliche Webpräsenz, die schnell verfügbar und mit entsprechenden Inhalten bestückbar ist.

Planung ist unablässig

Ein Mindestmaß an Planung ist natürlich dennoch unverzichtbar. Vor allem, wenn die Website länger als ein / zwei Saisons bestehen beziehungsweise nach zwei Jahren einem Launch gewachsen sein soll. Um all das effektiv und vorausschauend umzusetzen, benötigt man erfahrungsgemäß einiges an Vorab-Planung. Planung & Support sollen laut Leasing-Vertrag eben nicht zu kurz kommen: Auf eine individuelle und persönliche Beratung kann man zählen. Klingt nach Service. Und Zeitersparnis.
Aber was ist, wenn meinem Kunden einfällt, dass er noch eine elfte Unterseite und außerdem zusätzliche Elemente benötigt. Ist dann eine Krisensitzung angesagt? Nein, im Gegenteil. Zusätzliche Leistungen können unkompliziert optional dazu gebucht werden. Die Website kann „gepimpt“ werden, um zum Beispiel weitere Unterseiten zu einem Fünfer pro Monat pro Seite hinzuzufügen. Fair play.

Und was ist, wenn dem Kunden plötzlich klar wird, dass er nun unbedingt auch englisch-sprachige Kunden erreichen will …? Kein Problem, auch das kann zu entsprechend kleinem Budget realisiert werden. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, aber bei den „To Go“ Angebote allerdings – wie Togodesign (obgleich im Vektorformat geliefert), Visitenkarte & Briefbogen, wird mir ein wenig seltsam zumute. Das widerspricht irgendwie meinem Design-/ Designerverständnis.

Verkauf im Internet

E-Commerce ist inzwischen weit verbreitet; kaum noch ein mittelständiges Unternehmen, das nicht (auch) darauf setzen will. Wer also auch Shopsysteme oder andere User- oder Community Systeme integrieren möchte, kann sich ein passendes Angebot kalkulieren lassen, abgestimmt auf die eigene Website. Easy going … Vor allem in Angebracht der Tücken, die zum Beispiel so ein Shopsystem – im Sinne von Produkt- und Käuferverwaltung, Bezahlsysteme und Rechnungserstellung – bereit halten kann. (Auch da spreche ich aus eigener Erfahrung).

Fazit:

Wer es sich bequem machen will oder es sehr eilig hat, kann ja durchaus einmal darüch nachdenken, sich einfach eine Website zu leasen.

Barbara Schilling

Barbara Schilling

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